D6: Qualitätsentwicklung generationsverbindender Projekte in Schule(n)

Inhaltliche Orientierung
Der Workshop beschäftigte sich mit der Einbindung generationsverbindender Projekte in Schule und Ganztagsschule und ihrer Qualitätsentwicklung.
Im Rahmen des Workshops wurden zwei Preisträger/innen des USable Wettbewerbs 2010 der Körber Stiftung vorgestellt.
Anke Koenemann, Schulgründerin der Integrativen Montessori Volksschule an der Balanstraße, München, präsentiert eine „Werkstatt der Generationen“, die kontinuierlicher Bestandteil des Unterrichts ist.
Frank Mayer koordiniert das Projekt „Doppeldenker – Mathe im Team“, das von der Freiwilligenagentur Bremen angeboten wird. Kindern der ersten und zweiten Grundschulklassen wird durch Freiwillige beim Erlernen und Kennenlernen der Mathematik Hilfestellung gegeben.
Moderiert wurde der Workshop von Volker Amrhein vom Projektebüro „Dialog der Generationen“. Das Projektebüro ist eine Serviceeinrichtung und im Auftrag des BMFSFJ für die bundesweite Vernetzung, Beratung und Begleitung generationsverbindender Projekte, Initiativen und Programme tätig.

Gedanken im Nachgang des Workshops vom Moderator Volker Amrhein
1. Die Einbindung externer Kooperationspartner in Schulen ist eine Konsequenz, die sich mit der Entwicklung von Ganztagsschulen und der Öffnung auf  Nachbarschaften und Stadtteil fast von selbst ergibt. Das erfolgreiche Zusammenspiel von Freiwilligen, Eltern, Lehrer/innen und Schüler/innen ist allerdings alles andere als selbstverständlich. Es bedarf gründlicher Vorbereitung und kontinuierlicher Begleitung.

 2. Wie kann man soziale Prozesse als schöpferische Veränderungs- und Lernprojekte angemessen theoretisch und praktisch begleiten? Welche Kompetenzen brauchen wir, sowohl für Experten, als auch für die Basisengagierten? Können wir diese Fähigkeiten und Fertigkeiten lehren und lernen? Gibt es dafür eine Qualifikation?
„Worauf ich aufmerksam geworden bin ist, dass man weniger von Qualifikationen sprechen sollte. Warum? – Weil der Begriff „Qualifikation“ auf etwas hinweist, was überprüfbar scheint durch Gütekontrollen und am Ende von Lernprozessen abrufbar ist wie ein Werkstück. – Das steht im Widerspruch zu gerade jenen Kompetenzen und Performanzen, die gebraucht werden für offene Prozesse wie die angesprochenen.
Was wir brauchen für die Begleitung dieser „freiheitlichen Veränderungsprozesse“ (für deren demokratische Führung) sind weniger die „Qualifizierten“; eher Menschen, die fähig sind, den „Focus ihrer Aufmerksamkeit“ (Otto Scharmer) in einer ganz bestimmten Weise einzustellen auf das, was zu erreichen ist. Weil, wie man weiß, die Intensität, mit der das möglich ist, unmittelbar korreliert mit den Ergebnissen.
Mit anderen Worten, ein konzentriertes, achtsames, gewährendes Engagement für die entsprechende Sache ist es, was diese Projekte zu einem guten Ausgang führt, – insbesondere derer, die in führende Funktionen dabei kommen.
Diesen „Aufmerksamkeits-Focus“ kann man trainieren, üben, lehren usw. Aber man kann ihn nicht als abrufbares Wissen, als „soft skill“ weitergeben, es ist im Grunde eben keine Qualifikation, sondern eine Haltung.“ Dieter Kraft

3. Über den Rahmen der Veranstaltung hinaus sind zahlreiche schulische Partner, die sich mit Ansätzen des „Generationen-Lernens“ beschäftigen, daran interessiert, hier einen systematische(re)n Zugang zu finden. Das Projektebüro organisiert den Austausch und die Entwicklung eines konzertierten Vorgehens (vgl. „Veranstaltung_Generationendialog in Schule“).

4. Ein Resultat des Workshops ist die Planung eines Veranstaltungsangebotes im Rahmen der Lehrtätigkeit des LI. Im kommenden Herbst soll hier mit einem ersten Pilot-Seminar ein Grundlagenverständnis für Generationenprojekte vermittelt werden.
Erste Stichworte für den hier zu entwickelnden Ansatz:

  • Dialog der Generationen mit engagierten Älteren
  • Wie kommen wir ins Gespräch mit Jungen?
  • Service Learning: Kooperationen mit Altenheimen oder Senioreneinrichtungen.
    Dabei sind jedoch nicht nur die karitativen Aspekte ins Zentrum zu rücken, sondern Demokratielernen; Spielregeln für Straßenspiele, Erfahrungsbücher, Interviews, Zeitzeugen für Alltagsleben, Biographieforschung
  • Veranstaltungsformate sind zu klären / zu testen
  • Filmprojekte
  • Generationendialog-Programm für Schulen anbieten
  • Welche Aufgaben wären damit für den Stadtteil und ihre Schulen verbunden?
  • Projekte ausdenken, die Schulen auswählen können
  • Best-Practice Service Learning anbieten, mit 20-40 Teilnehmer/innen (als vorgeschaltetes Angebot, danach mit Seminaren beginnen)
  • Beitrag zur regionalen Bildungslandschaft
  • Ressourcen aktiver älterer Menschen nutzen
  • Stadtteil-Dialog stiften
  • Partner sichten, Quartierssituation ausarbeiten
  • Brain drain: Vorhaben und Erfahrungen kennen lernen, und nutzen (z.B. in Kirchengemeinden, Senioreneinrichtungen, Jugendhäusern, etc.)

     Auf der Ebene einer Steuerungsgruppe:

  • Vorbereitung eines Feldprojektes für regionale Bildungslandschaften
  • Schulleitungen ansprechen, Infos über Möglichkeiten und Phantasien was an Beispielen möglich ist
  • Hamburger Netzwerk „Schule im Generationendialog“: Veranstaltung mit den Engagierten auf konkreter Ebene; auf dieser Basis dann Treffen und weitere Planung

Berlin, Dezember 2010

Volker Amrhein
Projektebüro „Dialog der Generationen“
Fehrbelliner Str. 92
10119 Berlin
Tel: +49 (0) 30 – 443 83 475
Fax: +49 (0) 30 – 443 83 452
www.generationendialog.de

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