Kleine Notiz vom Rande oder Was hat mich besonders beeindruckt?

Wenn ich an die Tagung in Hamburg zurückdenke, dann sind es drei Dinge, die mir spontan in den Sinn kommen. 

> Prof. Thomas Olk hat in seinem Podiums-Statement die Entwicklung seit der ersten Tagung in Mainz, im November 2004, zusammengefasst und sehr schön auf den Punkt ebracht. Er zitierte zunächst Thomas Rauschenbach (DJI), der damals die beiden so unterschiedlichen Kulturen der Pflichtveranstaltung Schule auf der einen und des Bürgerschaftlichen Engagements, mit ihren Freiräumen impulsiver Selbstorganisation auf der anderen Seite, wie zwei Fremde gegenüberstellte. Darauf nahm Olk eine Bemerkung der Hamburger Schulsenatorin Christa Goetsch auf, die nur sechs Jahre später davon spricht, das Freiwillige Engagement sei eine Notwendigkeit in und für Schule(n).
Das zeugt von einem Paradigmenwechsel, auf den alle, die sich an den Fachtagen beteiligt haben, mit Recht stolz sein dürfen. Natürlich bleibt viel zu tun…

> Am Abend des 21. Oktobers ging die Nachricht vom Tod Loki Schmidts durch die Medien. Und am kommenden Tag ergriff einer der Teilnehmer unserer Veranstaltung die Initiative, ging ans Mikrofon und formulierte eine kleine Würdigung für „die Mutter der Stadt“, wie sie in ihren späten Jahren oft empfunden und genannt wurde. Die kurze Gedenkminute, zu der sich die Teilnehmer/innen erhoben, war eine so unmittelbare wie selbstverständliche Geste, in der wir uns mit allen Menschen in Hamburg eins wussten.

> Freitag Abend luden uns die Schüler/innen der St.-Pauli-Schule zu einem Abendessen mit kulturellem Begleitprogramm und „mit Aussicht!“ auf den Hamburger Hafen. Auf das, was wir erlebten, war jedoch niemand gefasst. Zwei Tage lang hatten die Klassen ein Menu vorbereitet, das in jedem Fall der Schlager des Abends war, so beeindruckend auch die jungen Musiker aufspielten.
Ich glaube nicht, dass es übertrieben ist zu behaupten, dass alle Gäste dieses Abends allein für die Antipasti alles stehen gelassen hätten, was sie in den Wochen vor und nach dem Dinner zu essen bekamen. Dazu waren die jungen Leute von einer lässigen Distinguiertheit und einem fröhlichen Selbstbewusstsein. Sie wussten, was sie zu bieten hatten.
Selbst beim Abschied, den ich ungern verfrüht antrat, weil ein Zug wartete, fand sich der Mantel an einer Garderobe, die die Reihenfolge der Ankunft der Abendgäste minutiös und vollkommen spiegelte. Wer zuerst gekommen war, fand seinen Mantel gleich auf dem ersten Haken. Die späteren entsprechend sortiert.

Ich ging und wusste, das ein Satz, den ich in diesem Jahr zum ersten Mal gehört habe, die Wirklichkeit trifft: Hamburg ist erhaben!

Volker Amrhein. Projektebüro „Dialog der Generationen“

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