E1: Lernen durch Engagement in der Stadtteilschule Bergedorf

 

Stadtteilschule Bergedorf

Stadtteilschule Bergedorf

„Das leitende Bildungsziel ist die Stärkung der Verantwortungsübernahme unserer Schüler.“, so heißt es in dem Grundsatzpapier der Gesamtschule Bergedorf für die Profile der 9. und 10. Klassen. Ideale Voraussetzungen für Lernen durch Engagement, das sich hier in Bergedorf seit Einrichtung der Profile vor über 10 Jahren prächtig entwickelt hat. Diesen Beinamen erhielten die Profile hier allerdings erst seit Kurzem, seit die Schule Mitglied im Netzwerk [‚You:sful] der BürgerStiftung Hamburg ist. Sie gehört damit zu elf Hamburger Netzwerkschulen, die sich regelmäßig zum fachlichen Austausch über das Lernen durch Engagement treffen, ihre Projekte von der Stiftung evaluieren und das Engagement ihrer Schüler zertifizieren lassen.

In der Exkursion an die Gesamtschule Bergedorf konnten die Exkursionsteilnehmerinnen sowohl das pädagogische Grundkonzept der Profilklassen als auch zahlreiche Beispiele gelungener Lernen durch Engagement Projekte kennen lernen.

Stadtteilschule Bergedorf

Stadtteilschule Bergedorf

In den Profilklassen der Gesamtschule Bergedorf wird der Unterricht mit sozialem, kulturellem, sportlichem und ökologischem Engagement verknüpft. Schülerinnen und Schüler übernehmen dabei in hohem Maße Verantwortung für die Planung und Durchführung ihrer Projekte. Die Profile der 9/10. Klassen fassen ähnlich wie die Profile der neuen Oberstufe mehrere Schulfächer zu einem großen übergeordnetem Thema zusammen. Auf zehn verschiedene Profile können sich die Jugendlichen bewerben, sie können sich für Sport und Gesellschaft engagieren, im Netzwerk sozial aktiv werden, im Bereich SprachKultur ihre Umgebung zum Blick über den kulturellen Tellerrand einladen und vieles mehr. Sie gestalten S-Bahn-Unterführungen, veranstalten Sportfeste für Nachbarschulen, kümmern sich um Senioren im Bergedorfer Haus im Park, lesen den Schülern der benachbarten Grundschule vor, organisieren Kulturtage – nicht nur die Schule, sondern auch für den Stadtteil.

Die Exkursionsteilnehmerinnen und –teilnehmer aus Berlin, Weinheim und Hamburg wurden von sieben der zehn Profilklassen und ihren Lehrerinnen und Lehrer empfangen und konnten überall für eine Weile am Unterricht teilnehmen, die Jugendlichen und Lehrer über ihre Erfahrungen befragen und bestaunen, was die Profile für ihre Schule und den Stadtteil alles auf die Beine stellen.

Einmal die Woche ist Profiltag; fünf Stunden können die Jugendliche an diesem Tag ihre Projekte entwickeln und aktiv werden. „Das ist für mich ein besonderer Tag, weil man richtig etwas machen kann, was einem wichtig ist.“, erzählt eine Schülerin aus dem Profil Lebenskunst den Exkursionsteilnehmern. „Es bringt Spaß den Grundschülern etwas vorzulesen, wir werden da gut respektiert und die Kinder freuen sich, wenn wir kommen.“, berichtet ein Schüler aus dem Profil Netzwerk. Und die Köche und Kellner des Profils Bistro erinnern sich gerne an den Benefiz-Abend für den Verein „Dunkelziffer“, für den sie das Catering übernommen haben. Schülerinnen und Schüler, das wurde den Exkursionsteilnehmern deutlich, schauen mit großem Selbstbewusstsein auf ihr Engagement und den Kompetenzgewinn, der dazugehört.

Lernen durch Engagement verknüpft genau dies – zivilgesellschaftliches Aktivwerden und den Unterricht. Es fördert damit das bürgerschaftliche Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen und es verbessert das schulische Lernen, indem es die Theorie durch die Handlungsorientierung vertieft und Handeln theoretisch reflektiert.

Mit den Profilen und dem Profiltag hat die Stadtteilschule Bergedorf ideale Rahmenbedingungen für projekt- und handlungsorientierte Lernformen wie das Lernen durch Engagement geschaffen. Die Schülerinnen und Schüler und das Kollegium der Gesamtschule Bergedorf (Stadtteilschule) sind überzeugt von diesem Konzept – und nach drei Stunden Hospitation und Diskussion sind es auch die Exkursionsteilnehmenden. Die Profile haben die Lernatmosphäre verbessert. Die Handlungsorientierung, der Umgang mit echten Herausforderungen macht das Lernen lebendiger und motivierter. Es braucht aber auch die Bereitschaft, sich auf größere Unwägbarkeiten als im klassischen Unterricht einzulassen und gelegentlich gilt es, gute Nerven zu beweisen, wenn es darum geht Liefertermine und Zusagen einzuhalten. Doch gerade an diesen echten Herausforderungen wachsen die Jugendlichen.

Weitere Informationen

Thorsten Pfaff
Gesamtschule Bergedorf, Stadtteilschule
Tel.: 040 42892-01
thorsten.pfaff@bsb.hamburg.de
www.gs-bergedorf.de

Dr. Heike Schmidt
BügerStiftung Hamburg
Tel.: 040 8788 9696-6
schmidt@buergerstiftung-hamburg.de
www.buergerstiftung-hamburg.de/yousful

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